
Die 32-jährige Allgäuerin Vivien Ademi ist die Künstlerin dieser Ausgabe. Ihre Bilder zeigen Brüste, Palmen, Pferde, Surfboards, Cowboy-Boots und vor allem den Spaß, den Vivien an der Arbeit hat! Wir sind Fan und freuen uns, die Allgäuerin an Bord zu haben.
Interview - Lars Jacobsen
Hi Lars! Ich komme aus dem Süden Deutschlands, genauer gesagt lebe ich im Allgäu. Wann ich mit der Kunst angefangen habe? Oh, das ist eine gute Frage... Weißt du, woran ich mich aber genau erinnere? Ich war gerade in der Unterstufe und meine treuesten Begleiter waren neben den klassischen Markern auch verschiedene Eyeliner, die ich zu Werkzeug für die ersten Graffiti in meinem Blackbook umfunktioniert habe. Den Metallic-Effekt fand ich damals unglaublich cool.
Tatsächlich autodidaktisch. Wobei es manchmal gar nicht so einfach war, eine Idee oder ein Gefühl visuell darzustellen, ohne dabei sinnbildlich Abstriche zu machen, wenn dabei vermeintlich technisches Know-how fehlt. Aber vielleicht ist es mir so insgesamt leichter gefallen, meinen eigenen Stil zu finden und auch zu festigen.
John Muir hat mal gesagt: „The world is big and I want to have a good look at it before it gets dark." Ich glaube, ich bin eine genaue Beobachterin, und ich versuche, alles um mich herum wahrzunehmen und aufzusaugen. Ich liebe das Meer, die Weite, fremde Kulturen, liebe es, neue Menschen kennenzulernen, das Unterwegssein, aber auch das Leben um die Ecke. In meine Kunst bringe ich dann meine Eindrücke und Gefühle ein, um sie für mich festzuhalten.
Ich bemale Leinwände mit Acryl- und Ölfarben. Farben zu mischen und Texturen zu verändern finde ich großartig! Seit ungefähr zwei Jahren male ich aber größtenteils auf meinem iPad - und es steht der Leinwand in nichts nach. Jedenfalls nicht für mich. Wahrscheinlich liegt es daran, dass ich das gefühlt simpelste Programm nutze, das es gibt. Keine Ebenen, keine Filter, kein Schnick-schnack. Für jemanden, der lieber Briefe als E-Mails schreibt, ist das genau das Richtige.
Manchmal ist das Leben alles andere als leicht. Wir vergleichen uns, wir sind auf der Suche, wir streben nach Verbesserung. Manchmal zieht das Leben an einem vorbei, wenn man nicht aufpasst. Für mich selbst ist meine Kunst also eine Art Bremse, vielleicht auch ein Reflektor. Nichts muss so sein, wie es die Gesellschaft vorgibt. Nichts muss „perfekt" sein und schon gar nicht mit Vollgas. Betrachten wir Dinge aus einer anderen Perspektive, hilft das. Und Lachen hilft am meisten! Wenn meine Kunst Menschen da draußen glücklich macht, sie anhalten, dann ist es das, was ich erreichen will.
Ich habe mir einiges vorgenommen, natürlich auch Ausstellungen. Ich freue mich auf alles, was noch kommt.
Nein, ich selber nicht. Aber ich höre meinem Mann so gerne dabei zu, wenn er das Gefühl beim Surfen beschreibt. Dann fühle ich mit...
Mein Mann liebt die Wellen an der Küste rund um Peniche, Portugal. Hat er recht?
Mit unserem Bus, einem 32 Jahre alten VW T4, verbringe ich mit meiner Familie sehr viel Zeit unterwegs. Du gelangst an die schönsten und abgelegensten Orte, wenn du vorher möglichst spontan drauflosfährst. Ob Bosnien oder in Slowenien die Julischen Alpen, draußen zu sein erdet und macht mich einfach unglaublich glücklich. Aber ich muss ehrlich sein, ich ziehe inzwischen den Bus dem Zelt vor. Ich bin zwar eine Abenteurerin, aber auch gleichzeitig ein Angsthase, das hat mich die schwedische Wildnis gelehrt. Ich bin offensichtlich ein Softie.
Das ist ganz unterschiedlich. Manchmal brauche ich eine Stunde und manchmal sitze ich tagelang dran. Was mir beim Malen aber nie fehlen darf, ist gute Musik auf den Ohren. Und je später es ist, umso besser kann ich mich konzentrieren und darauf einlassen.
Das sind Menschen, die auch gerne zwischen den Zeilen lesen. Denen eine Zweideutigkeit oder besser gesagt ein liebevoller Zynismus ein großes Lächeln bereitet. Und natürlich Leute, die Farben nicht scheuen.
Auf meiner Website www.vivi-art-word.com und Instagram (@vivi.art.word). Ich freue mich auf euch!